Kleinfang

Das passt ja wi d Fuscht uf z Eintä uz Oug uf z Angerä.
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Freitag, 15. August 2008

Artikel Nr. 9 - Magnüm


Gopf! Schon wieder reingefallen! Und zwar bei einer ziemlich sicheren Nummer: Bei einer Glace. Hab ich die neue Magnum Temptation noch als träfes Bildli bei meinem sechsten Artikel hinzugefügt und mir ins Fäustchen gelacht über all die, welche sich so ein Glässeli mit ernsthaften grossen Erwartungen zu Gemüte führen. Ja, ihr habts erraten. Ich hab auch eins gschläcket. Und insgeheim war meine Hoffnung auch, demütig geb ichs zu, dass die Glace nicht nur gut, sondern ein nochniedagewesenes Geschmackserlebnis ist. Jaaah, es war nicht so! Hackt doch auf mir rum wegen meiner trieblichen Dummheit! Scheisse, ich vergrab mich und komme nie mehr aus meinem Versteck hervor. I Magnüm! Ach, die Verpackung sieht wirklich verlockend aus: ein Kartonschachteli in edelstem Braun und Gold. Ein Siegel verschliesst den Deckel. Reisst man es auf, so springt letzterer auf und es werden einem die ausgewählten Zutaten präsentiert: Vanille aus Madagaskar, Schokolade aus Belgien und Mandeln aus Kalifornien (PS: Nicht USA, nein, Kalifornien! Pff!). Fehlt nur noch der Soundtrack irgendwo zwischen Kuschelelektro und Disneykitsch. Im Innern dann, welches uns in strahlendem Gold erscheint, gebettet auf einem braunen Schoggiwellenpapierli liegt ES. Das Eis-am-Stiel, das uns verführen soll. Wie ich es herausnehme will ich nur eins: seine sinnlichen Rundungen mit meinen Lippen und meiner Zunge erkunden. Ich will es - ESSEN!
Ja, den Rest könnt ihr euch  selbst ausmalen. Es war einfach ein Vanilleeis mit Schoggi rundherum und Mandeln und Caramel drin. Ich will nicht sagen, dass uns die Unilever bescheissen will, aber sie spielt doch sehr unfair mit unseren Gefühlen! Ich schreibe dies mit Tränen in den Augen. Ich halte es nicht mehr aus! Die Natur gewinnt immer über meine Moral und Sittlichkeit. I Magnüm! 
Ich fühle mich verarscht, meine Neugierde und Abenteuerlustigkeit, die mich doch schon so weit gebracht haben im Leben, werden skrupellos gelockt und dann blossgestellt. Womit hab ich das verdient??? Ich hasse Glace! Ich hasse Magnum! Ich hasse die Unilever! Ich hasse die Natur! Ich hasse die Welt! Euch alle!!!

Freitag, 11. Juli 2008

Artikel Nr. 6 - Und führe uns nicht in Versuchung


Ich habs doch getan. Ich konnte einfach nicht anders. Ich hab vorgestern Morgen das Spielzeug aus der Kelloggspackung gefischt. Natürlich war es wieder mal nur irgendso ein Scheiss. Den grössten Spass damit hatte ich noch mit dem Zusammensetzen und Küderen. Funktionieren tuts nicht und so fläschig wie auf der Packung siehts auch nur in den Träumen von einfältigen Modellflugzeugfanatikern aus. Tja, manchmal ist die Versuchung gross und man denkt, entgegen den bisherigen Erfahrungen oder den Verboten und Gesetzen der Gesellschaft oder wem auch immer, man könnte doch eigentlich davon profitieren, wenn man nachgibt. Und wenn man dann nachgegeben hat, dann hat man eben dann doch den Salat. Das war schon bei Adam und Eva so. Frucht vom Baum der Versuchung gschnouset und gedacht, sie würden dann klug und könnten selbst über sich bestimmen und schwups, schon landen sie vor den Toren des Paradieses im Dreck. Die Enttäuschung ist gross und ebenso die Wut über sich selbst. Hätte man doch nicht...! Ich weiss aber, wo man nur gewinnen kann, wenn man der Versuchung widersteht. Man geht ins Restaurant und nimmt die Dessertkarte. Man weidet seine Augen an den frostig-fruchtigen Auen des Glaceparadieses und pickt einen riesigen Coupe heraus. Mit Schoggisosse, frischen Früchten, Rahmglace, Mandelkrokant, Schnaps, Sorbet oder weiss der Gugger was. Hier wird man ganz sicher nicht enttäuscht. 

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern ins Restaurant!